Stiftskirche Notre-Dame (Dinant)

Stiftskirche Notre-Dame (Dinant)

Lage: Belgien Wallonie Dinant

Gotische Stiftskirche am Ufer der Maas mit markantem Zwiebelturm vor der Felswand – das Wahrzeichen Dinants, mit einem der größten Kirchenfenster Europas.

Interessante Fakten

  • Am 22. Dezember 1227 zerstörte ein Felssturz die romanische Vorgängerkirche.
  • Die birnenförmige Turmhaube kam 1556 nach einem Brand auf den Turm.
  • Das Carillon von 2014 hat 49 Glocken und wiegt 3,7 Tonnen.
  • Das Taufbecken stammt aus dem 11. Jahrhundert.
  • Im Miniaturpark Mini-Europe in Brüssel steht ein Modell der Kirche.

Gründe für einen Besuch

  • Wahrzeichen Dinants vor der Felskulisse an der Maas
  • Eines der größten Kirchenfenster Europas
  • Gemälde des in Dinant geborenen Malers Antoine Wiertz
  • Ideal mit der Zitadelle direkt darüber zu verbinden

Die Stiftskirche Notre-Dame steht am rechten Ufer der Maas im Zentrum von Dinant, unmittelbar unter dem Felsen, auf dem die Zitadelle thront. Ihr kleiner Chor lehnt sich direkt an die Felswand – ein Bild, das zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Die Ursprünge des Gotteshauses sind nicht genau geklärt: Französischsprachige Quellen nennen das Jahr 934, in dem hier ein Kanonikerstift eingerichtet worden sein soll; sicher belegt ist das Stift im 11. Jahrhundert.

Im 12. Jahrhundert stand an dieser Stelle eine romanische Kirche. Am 22. Dezember 1227 löste sich ein gewaltiger Felsblock vom Steilhang und zerstörte große Teile des Baus. Für den Neubau verwendeten die Baumeister den Kalkstein der Gegend und orientierten sich an Vorbildern aus Burgund und der Champagne. Zwischen 1227 und 1247 entstanden Chor und Querhaus, bis 1279 waren Langhaus und Westbau vollendet. So entstand eine der bedeutendsten Kirchen der Maasgotik: ein Bau in Form eines lateinischen Kreuzes, rund 50 Meter lang, mit einem 22 Meter hohen Mittelschiff, Triforium und hohen Maßwerkfenstern.

Die Geschichte der Kirche spiegelt die bewegte Geschichte Dinants. 1466 brannte sie bei der Plünderung der Stadt durch Philipp den Guten; die Gewölbe wurden erneuert, die Glasfenster 1491 wiederhergestellt. Nach einem weiteren Brand erhielt der Turm 1556 seine birnenförmige Haube, die nach regionalen Quellen ursprünglich für das Rathaus gedacht war. Im 19. Jahrhundert stellten mehrere Architekten in einer langen Restaurierung die Einheit des 13. Jahrhunderts wieder her. Im August 1914 beschädigten Beschuss und Feuer beim Einmarsch der deutschen Truppen die Kirche schwer; der Architekt Chrétien Veraart baute sie von 1919 bis 1923 wieder auf.

Im Inneren lohnen das große Glasfenster des Glasmalers Gustave Ladon, das die Heilsgeschichte darstellt und zu den größten Kirchenfenstern Europas gezählt wird, sowie Gemälde des in Dinant geborenen Romantikers Antoine Wiertz. Das Taufbecken mit seinen Reliefs stammt aus dem 11. Jahrhundert und steht heute im südlichen Querhaus. Seit 2014 erklingt im Turm ein Carillon mit 49 Glocken. Die Kirche wird bis heute als katholische Pfarrkirche genutzt und steht seit 1941 unter Denkmalschutz.

Geschichte

Ursprünge nicht genau geklärt (nach französischsprachigen Quellen 934 Einrichtung eines Kanonikerstifts), romanischer Vorgängerbau im 12. Jahrhundert, am 22. Dezember 1227 durch einen Felssturz zerstört. Gotischer Neubau: 1227–1247 Chor und Querhaus, bis 1279 Langhaus und Westbau. 1466 Brand bei der Plünderung Dinants, 1491 Wiederherstellung der Glasfenster, 1556 Zwiebelhaube nach einem Brand, Restaurierung im 19. Jahrhundert, 1914 schwer beschädigt, 1919–1923 Wiederaufbau durch Chrétien Veraart, seit 1941 Denkmalschutz, 2014 neues Carillon.

Besondere Merkmale

Kirche der Maasgotik in Form eines lateinischen Kreuzes, rund 50 Meter lang, 30 Meter breit im Querhaus, Mittelschiff 22 Meter hoch. Chor direkt an der Felswand, birnenförmige Turmhaube von 1556, großes Glasfenster von Gustave Ladon, Gemälde von Antoine Wiertz, Taufbecken aus dem 11. Jahrhundert, Orgel von Charles Anneessens (1879), Carillon mit 49 Glocken (2014).

Praktische Hinweise

Geeignet für
Architektur- und Kunstinteressierte, Städtereisende, Familien in Kombination mit der Zitadelle.
Anreise
Im Stadtzentrum am rechten Maasufer, unterhalb der Zitadelle. Außerhalb der Gottesdienste ist der Besuch nach regionalen Quellen frei; die Öffnungszeiten wechseln, bitte vorher beim Tourismusbüro Dinant erfragen.

Angaben können sich ändern. Bitte prüfen Sie vor Ihrem Besuch die aktuellen Informationen beim Betreiber.

Karte

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50.26105, 4.91224

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Quellen

  1. Wikipedia (de): Notre Dame (Dinant)
  2. Wikipedia (fr): Collégiale Notre-Dame de Dinant
  3. info-lux.com: La collégiale Notre-Dame de Dinant (2026)
  4. Wikidata: Q2228532

Bild: Jean-Pol GRANDMONT · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons