Die frühere Stiftskirche im belgischen Amay geht auf das 6. Jahrhundert zurück. Hinter ihrem romanischen Westbau bewahrt sie einen Sarkophag aus dem 8. Jahrhundert und einen Reliquienschrein aus maasländischer Goldschmiedekunst.
Interessante Fakten
- Erste Erwähnung im Jahr 634
- Seit 1933 unter Denkmalschutz
- Sarkophag der Chrodoara aus dem 8. Jahrhundert
- Reliquienschrein von etwa 1245 bis 1255
Gründe für einen Besuch
- Romanischer Westbau mit drei Turmspitzen
- Seltene Kunstwerke aus Merowingerzeit und Mittelalter
- Museum für Archäologie und religiöse Kunst im Kreuzgang
Die Stiftskirche Saint-Georges-et-Sainte-Ode steht in Amay in der belgischen Provinz Lüttich. Ihre Geschichte reicht bis ins 6. Jahrhundert zurück. Heute dient sie als katholische Pfarrkirche, trägt aber weiterhin ihren historischen Namen. Das Bauwerk steht seit 1933 unter Denkmalschutz und zählt zum herausragenden Kulturerbe der Wallonie.
Der erste Kirchenbau entstand über den Resten eines römischen Gebäudes; als Gründerin gilt die heilige Oda. Erstmals erwähnt wird die Kirche im Jahr 634, im 10. Jahrhundert wurde sie zum Stift erhoben. Zwischen dem späten 11. und der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde sie weitgehend neu errichtet. Aus dieser romanischen Zeit stammen vor allem die beiden seitlichen Türme des Westbaus. Dessen Mittelteil wurde im 16. Jahrhundert erhöht, die Turmspitzen kamen im 17. Jahrhundert hinzu. Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche ihr heutiges Inneres mit Stuckdecken, ohne die romanischen Proportionen ganz zu verlieren.
Besonders bedeutend ist der Sarkophag der Chrodoara aus dem 8. Jahrhundert, der in den 1970er-Jahren bei Ausgrabungen entdeckt wurde. Die meisten Fachleute setzen Chrodoara mit der heiligen Oda gleich, beweisen lässt sich das jedoch nicht. Zum Kirchenschatz gehört außerdem ein Reliquienschrein aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, ein Hauptwerk der maasländischen Goldschmiedekunst. Im Kreuzgang östlich der Kirche ist ein Museum für Archäologie und religiöse Kunst untergebracht.
Geschichte
Gründung im 6. Jahrhundert über den Resten eines römischen Gebäudes, erste Erwähnung 634. Im 10. Jahrhundert Erhebung zum Stift. Weitgehender Neubau zwischen dem späten 11. und der Mitte des 12. Jahrhunderts. Erhöhung des mittleren Westbaus im 16. Jahrhundert, Turmspitzen aus dem 17. Jahrhundert. Umfassender Umbau von Chor, Langhaus und Innenraum im 18. Jahrhundert. Restaurierung von 1998 bis 2001.
Besondere Merkmale
Der Sarkophag der Chrodoara aus dem 8. Jahrhundert ist laut Wikipedia die einzige bekannte Grabplatte dieser Art und Zeit, die die Verstorbene zeigt. Der Reliquienschrein der heiligen Oda und des heiligen Georg entstand um 1245 bis 1255 und gehört zu nur rund fünfzehn erhaltenen mittelalterlichen Schreinen dieser Art aus dem Maasgebiet. Der Kreuzgang liegt ungewöhnlicherweise östlich der Kirche.
Karte
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Quellen
- Wikipedia (en): Collegiate Church of Saint George and Saint Ode
- Wikipedia (fr): Collégiale Saint-Georges-et-Sainte-Ode d'Amay
- Wikidata: Q2983961
Bild: Jean-Pol GRANDMONT · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
Zuletzt geprüft: Oktober 31, 2026
