Nationalpark Donau-Auen

Nationalpark Donau-Auen

Lage: Österreich Niederösterreich Orth an der Donau

Zwischen Wien und der slowakischen Grenze fließt die Donau noch frei durch eine der größten weitgehend intakten Aulandschaften Mitteleuropas. Dass es den Nationalpark gibt, verdankt er einer Besetzung im Winter 1984.

Interessante Fakten

  • Fläche: rund 9600 Hektar auf etwa 38 Kilometern Länge
  • Gegründet am 27. Oktober 1996, Schutzgebiet nach IUCN-Kategorie II
  • Über 700 Arten höherer Pflanzen, mehr als 100 Brutvogelarten und rund 50 Fischarten
  • Besucherzentrum im Schloss Orth an der Donau mit Unterwasserstation

Gründe für einen Besuch

  • Einer der letzten frei fließenden Donauabschnitte Österreichs
  • Mit dem Rad auf dem Donauradweg oder zu Fuß durch die Au
  • Ranger-Touren zu Fuß und im Boot
  • Ein Ort der österreichischen Umweltgeschichte

Der Nationalpark Donau-Auen schützt rund 9600 Hektar Auwald und Seitenarme entlang der Donau. Er beginnt in der Wiener Lobau und reicht etwa 38 Kilometer flussabwärts bis zur Mündung der March an der Grenze zur Slowakei; an der breitesten Stelle misst er kaum vier Kilometer. Neben der Wachau ist dies einer der letzten frei fließenden Donauabschnitte in Österreich.

Seine Entstehung ist eng mit der österreichischen Umweltbewegung verbunden. Als 1984 für ein Kraftwerk bei Hainburg gerodet werden sollte, besetzten tausende Menschen die Au. Nach Protesten, einem Rodungsstopp und einem Volksbegehren wurde das Projekt aufgegeben. Am 27. Oktober 1996 wurde der Nationalpark offiziell gegründet; 2016 kamen weitere 277 Hektar hinzu.

Die Au ist Lebensraum für mehr als 700 Arten höherer Pflanzen, über 100 Brutvogelarten und rund 50 Fischarten, darunter Seeadler, Eisvogel, Biber und die Europäische Sumpfschildkröte. Ausgangspunkt für Besucher ist das Nationalpark-Zentrum im Schloss Orth an der Donau mit Freigelände und einer Unterwasserstation, die den Blick auf Fische im Schlossteich freigibt.

Geschichte

Seit dem 19. Jahrhundert wurde die Donau reguliert, viele Nebenarme wurden abgetrennt. 1984 sollte bei Hainburg ein Laufwasserkraftwerk entstehen; tausende Menschen besetzten daraufhin die Hainburger Au. Nach einem Rodungsverbot Anfang 1985, dem Konrad-Lorenz-Volksbegehren mit über 350.000 Unterschriften und der Aufhebung des Wasserrechtsbescheids 1986 wurde das Projekt nicht verwirklicht. Am 27. Oktober 1996 unterzeichneten der Bund sowie Wien und Niederösterreich den Staatsvertrag zur Gründung des Nationalparks; 2016 wurde er um 277 Hektar erweitert.

Besondere Merkmale

Seit 2002 werden abgetrennte Seitenarme wieder an den Strom angebunden; gegenüber von Hainburg wurde auf drei Kilometern die gesamte Uferbefestigung entfernt, damit sich der Fluss wieder frei ausbreiten kann. Am Nordufer führt der Donauradweg Wien–Bratislava durch den Nationalpark, zwischen Orth an der Donau und Haslau verbindet eine Fähre für Fußgänger und Radfahrer die Ufer. Das Südufer ist mit der Schnellbahn S7 erreichbar. Im Nationalpark gilt: auf den markierten Wegen bleiben, Rad fahren und reiten nur auf freigegebenen Wegen. Ranger bieten geführte Wanderungen und Bootstouren an, auch in einer Tschaike, einem nachgebauten schmalen Holzboot.

Karte

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48.18330, 16.71670

Quellen

  1. Wikipedia (de): Nationalpark Donau-Auen
  2. Wikivoyage (de): Nationalpark Donauauen
  3. Wikidata: Q474886

Bild: Karl Gruber · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons

Zuletzt geprüft: Oktober 28, 2026