Ischtar-Tor

Ischtar-Tor

Lage: Irak Hilla

Blau glasierte Ziegel mit Drachen und Stieren: Das Stadttor des alten Babylon ist eines der berühmtesten Bauwerke des Alten Orients. Seine Rekonstruktion in Berlin ist wegen Sanierung voraussichtlich bis 2037 nicht zu sehen.

Interessante Fakten

  • Errichtet unter Nebukadnezar II. im 6. Jahrhundert v. Chr.
  • Rund 15 Meter hoch
  • Ausgrabung ab 1899 unter Robert Koldewey
  • Rekonstruktion in Berlin seit 1930, derzeit geschlossen

Gründe für einen Besuch

  • Eines der bekanntesten Bauwerke des Alten Orients
  • Leuchtend blaue Glasurziegel mit Tierreliefs
  • Archäologiegeschichte zwischen Babylon und Berlin

Das Ischtar-Tor war eines der Stadttore von Babylon, der Hauptstadt Babyloniens am Euphrat im heutigen Irak. König Nebukadnezar II. ließ es im 6. Jahrhundert v. Chr. in seiner endgültigen Form errichten und der Göttin Ischtar weihen. Durch das Tor führte die Prozessionsstraße, auf der beim Neujahrsfest die Götterstatuen in die Stadt getragen wurden.

Die Wände waren mit blau glasierten Ziegeln verkleidet, deren Farbe an Lapislazuli erinnern sollte. Im Relief zeigen sie Drachen, das Tier des Gottes Marduk, und Auerochsen, das Tier des Wettergottes Adad. Das Tor war rund 15 Meter hoch. Die Ausgrabungen ergaben mehrere Bauphasen, weil das Niveau der Straße mehrfach angehoben wurde.

Ab 1899 grub ein deutsches Team unter Robert Koldewey in Babylon. Hunderte Kisten mit Ziegelbruchstücken gelangten nach Berlin, wo das kleinere Vordertor rekonstruiert wurde und seit 1930 im Pergamonmuseum stand. Der Flügel mit dem Vorderasiatischen Museum ist jedoch seit Oktober 2023 wegen Sanierung geschlossen; die Staatlichen Museen zu Berlin planen die neue Präsentation ab 2037. Weitere Teile der Fassade befinden sich in Museen auf der ganzen Welt.

Geschichte

Errichtet in mehreren Bauphasen unter Nebukadnezar II. (605–562 v. Chr.). Ab 1899 Ausgrabungen in Babylon unter Robert Koldewey, 1902 Freilegung des Torgebäudes. Ziegelbruchstücke kamen vor und nach dem Ersten Weltkrieg nach Berlin; seit 1930 war die Rekonstruktion im Pergamonmuseum zu sehen. Seit 23. Oktober 2023 ist dieser Teil des Museums wegen Sanierung geschlossen.

Besondere Merkmale

Die blau glasierten Reliefziegel zeigen Drachen (Muschchuschschu) und Auerochsen. Die Prozessionsstraße war mit Löwen auf glasierten Ziegeln geschmückt. Die Mauern von Babylon, zu denen das Tor gehörte, zählten nach älteren Listen zu den sieben Weltwundern der Antike.

Karte

Navigation startenoder mit Apple Karten · OpenStreetMap

Öffnet einen externen Routenplaner. Bitte vor der Abfahrt Zugang und Öffnungszeiten prüfen.

32.54333, 44.42222

Quellen

  1. Wikipedia (de): Ischtar-Tor
  2. Wikipedia (en): Ishtar Gate
  3. Staatliche Museen zu Berlin: Sanierung des Pergamonmuseums
  4. Wikidata: Q26082

Bild: Rictor Norton · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Zuletzt geprüft: November 4, 2026