Lage: Österreich Kärnten Klagenfurt am Wörthersee
Ein steinerner Lindwurm mit aufgerissenem Maul ist seit dem 16. Jahrhundert das Wahrzeichen von Klagenfurt. Für seinen Kopf soll ein eiszeitlicher Nashornschädel Vorbild gewesen sein.
Interessante Fakten
- Auftrag für den Lindwurm 1583
- Aus einem Block Chloritschiefer, rund sechs Tonnen schwer
- Herkules-Statue von 1636
- 1840: These vom Wollnashorn-Schädel als Vorbild
Gründe für einen Besuch
- Das Wahrzeichen von Klagenfurt
- Ein Drachenbrunnen aus dem 16. und 17. Jahrhundert
- Ein Stück Wissenschaftsgeschichte mitten in der Stadt
Der Lindwurmbrunnen steht auf dem Neuen Platz in Klagenfurt am Wörthersee und zeigt das Wappentier der Stadt. 1583 gaben die Kärntner Stände den Lindwurm in Auftrag. Gehauen wurde er aus einem einzigen Block Chloritschiefer vom nahen Kreuzbergl; wer ihn schuf, ist unsicher. Der Sage nach wurde die Gegend erst bewohnbar, als mutige Männer hier einen Lindwurm erschlugen.
Das Denkmal entstand über Jahrzehnte. Erst 1624 kam der Brunnen hinzu, aus dem Maul des Lindwurms strömt seither Wasser. 1634 folgte das schmiedeeiserne Gitter im Stil der Spätrenaissance, 1636 die Statue des keulenschwingenden Herkules von Michael Hönel. 1972 wurde der Brunnen beim Bau einer Tiefgarage unter dem Platz an seinen heutigen Standort weiter westlich versetzt.
Auch die Wissenschaftsgeschichte kennt den Lindwurm. 1840 vertrat der Paläontologe Franz Unger die These, für den Kopf habe ein Schädel als Vorbild gedient, der im 14. Jahrhundert bei Klagenfurt gefunden wurde und von einem Wollnashorn stammt. Deshalb gilt die Skulptur manchen als früheste Rekonstruktion eines ausgestorbenen Tieres, auch wenn ein direkter Zusammenhang nicht belegt ist. Der Schädel kam 1849 in das Naturhistorische Landesmuseum.
Geschichte
1583 Auftrag der Kärntner Stände für den Lindwurm. Das Werk wurde lange Ulrich Vogelsang zugeschrieben, stammt aber wohl von einem unbekannten Meister. 1624 Ergänzung des Brunnens, 1634 Gitter von Georg Tillitz, 1636 Herkules-Statue von Michael Hönel. 1972 Versetzung nach Westen wegen einer Tiefgarage, 1997 Abschluss einer Generalsanierung.
Besondere Merkmale
Der Lindwurm aus Chloritschiefer wiegt rund sechs Tonnen und wurde aus einem einzigen Block gehauen. Am Sockel sind Wappen der Kärntner Stände angebracht, an der Westseite das Kärntner Wappen unter einem Obelisken. In Klagenfurt wird der Lindwurm umgangssprachlich auch „Lindi“ genannt.
Karte
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Quellen
Bild: Zacke82 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
Zuletzt geprüft: November 4, 2026
