Lage: Deutschland Sachsen Neukieritzsch
Südlich von Leipzig füllt der Hainer See die Grube eines Braunkohletagebaus, dem zwei Dörfer weichen mussten. Heute gibt es an seinen Ufern einen Campingplatz, ein Feriendorf und Bauland am Wasser.
Interessante Fakten
- Entstanden aus dem Tagebau Witznitz II, stillgelegt 1993
- Benannt nach dem abgebaggerten Dorf Hain
- Endwasserstand seit Anfang 2010, Wasserspiegel auf rund 126 m Höhe
- Feriendorf am Nordufer wird mit Wärme aus dem Seewasser beheizt
Gründe für einen Besuch
- Wassersport und Camping im Leipziger Neuseenland
- Spurensuche: Gedenkstein für die verschwundenen Dörfer Hain und Kreudnitz
- Beispiel für den Wandel einer Bergbaulandschaft
Der Hainer See gehört zum Leipziger Neuseenland und liegt nordwestlich von Borna im Gemeindegebiet von Neukieritzsch. Er ist der mittlere von drei Seen, die aus dem 1993 stillgelegten Tagebau Witznitz II hervorgegangen sind; seine Nachbarn sind der Haubitzer und der Kahnsdorfer See.
Seinen Namen trägt der See nach dem Dorf Hain, das dem Tagebau weichen musste – die frühere Flur des Ortes liegt heute unter Wasser. Auch Kreudnitz wurde abgebaggert. An beide Orte erinnert ein Gedenkstein am Ufer, der 2005 beim „Hain-Kreudnitz-Treffen“ aufgestellt wurde.
Anfang 2010 erreichte der See seinen endgültigen Wasserstand und wurde über einen Kanal an die Pleiße angeschlossen. Seit 2008 wird er für Besucher erschlossen: Am Nordufer zwischen Rötha und Espenhain eröffnete 2015 ein Campingplatz, dort liegt auch ein Feriendorf. An der Lagune Kahnsdorf werden Baugrundstücke am Wasser vermarktet.
Geschichte
Der See entstand durch die Rekultivierung des 1993 stillgelegten Tagebaus Witznitz II. Für den Tagebau wurden die Orte Hain und Kreudnitz abgebaggert; ein Gedenkstein am Ufer erinnert seit 2005 an sie. Um eine Versauerung zu verhindern, wurde dem Flutungswasser Kalk zugesetzt. Anfang 2010 war der Endwasserstand erreicht, im selben Jahr folgte der Anschluss an die Pleiße.
Besondere Merkmale
Das Feriendorf am Nordufer wird seit 2024 mit Wärme aus dem Seewasser beheizt: Wärmepumpen an einem Bootssteg entziehen dem Wasser Energie für ein kleines Nahwärmenetz. Seit 2022 entsteht am See zudem der Energiepark Witznitz, ein Solarpark mit 650 Megawatt Spitzenleistung, nach Angaben des Betreibers einer der größten Europas.
Karte
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Quellen
Bild: Jwaller · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
Zuletzt geprüft: Oktober 27, 2026
